Warum UX-Writing auch ein KI-Suchproblem ist, nicht nur ein Design-Thema
Verwirrende Button-Texte und vage Formular-Texte frustrieren nicht nur Besucher. Sie machen deine Seiten auch für KI-Suchtools schwerer lesbar und zitierbar.
Key Takeaways
Unklarer UX-Text kostet Unternehmen an zwei Stellen gleichzeitig: verwirrte Besucher, die eine Aufgabe abbrechen, und KI-Suchtools, die aus vagen Labels und Buttons keine verlässliche Bedeutung extrahieren können. Die Lösung ist für beide Zielgruppen dieselbe: klare, konkrete, entitätsorientierte Sprache bei jedem Button, jedem Formularfeld und jeder Fehlermeldung. UX-Writing als eigene Content-Disziplin zu behandeln, statt es nachträglich ans Design zu hängen, schließt diese Lücke wirklich.
Vager UX-Text, Dinge wie “Absenden”, “Mehr erfahren” oder eine Fehlermeldung, die nur “Etwas ist schiefgelaufen” sagt, erzeugt zwei getrennte Probleme. Ein Besucher weiß nicht, was als Nächstes passiert, und ein KI-Suchtool, das deine Seite liest, kann ebenfalls nicht erkennen, was der Button, das Formular oder der Seitenabschnitt eigentlich tut.
Das zweite Problem übersieht man leicht, weil es in keinem Usability-Test auffällt. Es zeigt sich darin, ob KI-Suchtools deine Seite überhaupt zuverlässig zusammenfassen und zitieren können.
Was UX-Text für eine Maschine unklar macht, nicht nur für einen Menschen
KI-Suchtools extrahieren Bedeutung aus strukturierter, konkreter Sprache. Ein Button mit “Mehr erfahren” liefert keine Entität zum Extrahieren. Ein Button mit “HubSpot-Preise ansehen” liefert eine klare: HubSpot, Preise, ein konkreter nächster Schritt.
Dieselbe Logik gilt für Formularfelder, Navigationslabels und Fehlermeldungen. Generische Formulierungen, die ein Mensch noch toleriert (man errät meistens, was “Absenden” macht), geben einem KI-Crawler nichts Konkretes an die Hand.
Die langjährige Warenkorbabbruch-Forschung des Baymard Institute beziffert die durchschnittliche Abbruchrate auf rund 70%, wobei verwirrende oder unklare Schritte durchgehend zu den meistgenannten Gründen zählen.
Quelle: Baymard Institute
Wo das auf B2B-Seiten am häufigsten auffällt
Ein paar Stellen wiegen schwerer, als man denkt:
- Call-to-Action-Buttons, die eine konkrete Handlung beschreiben statt eine generische zu benennen (“30-Minuten-Demo buchen” statt “Jetzt starten”)
- Formularfeld-Labels und Hilfetexte, besonders bei Feldern, bei denen ein Besucher zögert (warum brauchst du meine Unternehmensgröße?)
- Fehler- und Leerzustände, die in den meisten Content-Reviews komplett übersprungen werden
- Navigationslabels, die für Besucher und Crawler gleichzeitig als Inhaltsverzeichnis der Seite dienen
Ist das ein Copywriting-Job oder ein UX-Job?
Beides, ehrlich gesagt, und genau deshalb fällt es so oft durchs Raster. Copywriter sitzen normalerweise nicht mit im Raum, wenn ein Formular gebaut wird, und Designer werden selten gebeten, einen Button-Text zu verteidigen, so wie sie eine Layout-Entscheidung verteidigen würden. Jemand muss die tatsächlichen Wörter verantworten, die Besucher und Crawler beide lesen, nicht nur die Wörter im Blogartikel daneben.
Das zu fixen braucht keinen Relaunch der ganzen Website
Der Großteil dieser Arbeit ist gezielt, kein kompletter Content-Umbau. Die Buttons, Formulare und Fehlerzustände deiner meistbesuchten Seiten zu prüfen und nur diese klar und konkret umzuschreiben, schließt die meiste Lücke, ohne den Rest der Website anzufassen.
Wir bauen genau diesen Copy-Check in jedes Brand- und Web-Projekt ein, das wir machen, weil er direkt an der Schnittstelle zwischen Besuchererlebnis und KI-Lesbarkeit sitzt. Wenn deine Formulare, Buttons oder Fehlermeldungen schon eine Weile aus einer Vorlage kopiert sind, ist unser Artikel darüber, warum sich deine Website langsam anfühlt eine gute Ergänzung dazu, da beide Probleme oft in denselben vernachlässigten Ecken einer Website stecken.
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